Ja, sie sei gerne bereit, mit Swiss Badminton zu reden, schreibt sie per E-Mail. Am Wochenende werde es allerdings nicht gehen, da bestreitet sie das Doppel-Turnier in Versoix und ist nur schlecht erreichbar. Vorher sei es aber kein Problem.
Jacqueline Baumgartner ist nicht nur eine der vielen Frauen in der Schweizer Badminton-Community, nein, sie ist mehr als das. Sie ist die älteste lizenzierte, aktive Spielerin der Schweiz mit ihren 77 Jahren. «Badminton macht mir immer noch sehr viel Spass, der Sport ist extrem abwechslungsreich», sagt sie am Telefon, nur wenige Minuten nach der ersten Kontaktaufnahme.
Sie spielt einige Turniere pro Jahr und die 4. Liga-Interclub-Meisterschaft mit dem BC Versoix. Dort zählt sie zu den Aktivposten – seit September hat sie sechs ihrer acht Matches gewonnen und damit ordentlichen Anteil, dass die dritte Equipe des BC Versoix den zweiten Zwischenrang belegt. Besonders erwähnenswert ist ihre Bilanz in Spielen, die im dritten Satz endeten: 3-0. «Einzel spiele ich schon lange nicht mehr, dafür umso lieber Doppel und vor allem Mixed», erklärt sie ihre Präferenzen.
«Renn doch, Mutter…»
Dass sie noch Interclub spielt, liegt vor allem daran, dass es in Versoix zu wenige Frauen gibt. So hat Jacqueline Baumgartner in den beiden letzten Saisons auch mit 14- bis 19-jährigen Mädchen zusammengespielt. «Das waren zwei geniale Saisons», blickt sie zurück, «mit vielen wunderbaren Begegnungen mit den Teamkolleginnen, aber auch den Gegnerinnen.»
Aktuell müssen die anderen Clubs der Gruppe ACGB 43 eine geballte Ladung Baumgartner kontern: Jacqueline bestreitet das Doppel sehr oft mit ihrer Tochter Rachel, die fast 30 Jahre jünger ist. Wie in praktisch allen innerfamiliären Paarungen gebe es dabei auch Abstimmungsherausforderungen, sagt sie schmunzelnd: «Sie sagt schon einmal: Renn doch, Mutter. Aber das ist okay.»
Der Wettkampf liegt in ihrer DNA
Jacqueline Baumgartner spielte früher auch Volleyball und kam zum Badminton, als es im Raum Genf erst zwei Clubs gab. Sie wurde auch Genfer Meisterin und ist dem Sport bis heute treu geblieben. Der Wettkampf liegt in ihrer DNA: «Ich bin eine Kämpferin. Ich habe es immer geliebt, Wettkämpfe zu bestreiten, egal, in welcher Sportart, und tue es auch heute noch. Einfach, weil es viel Spass macht.»
Heute spielt sie neben den Wettkämpfen nicht mehr so oft wie früher, im Prinzip einmal pro Woche. In ihrem Wohnort steht sie eineinhalb Stunden auf dem Court und «wenn wir nach Hause gehen, sind wir alle kaputt, weil wir alles gegeben haben.»
Am Sonntagabend schickt Jacqueline Baumgartner aktuelle Fotos, aufgenommen am Rande des Turniers in Versoix. «Leider kein Podium für mich, aber das ist normal», schreibt sie begleitend per WhatsApp. Zehnte ist sie im Mixed mit Partner Thierry Rochat geworden, zwei Siege stehen drei Niederlagen gegenüber. Ein Problem ist das für sie aber nicht: «Ich bin immer zufrieden, auch, wenn ich nicht gewinne. Ich habe Spass gehabt und gute Leute getroffen, das ist es, was zählt.» Dem ist nichts anzufügen.











