Am Sonntag schloss sich für Carolina Marin ein beeindruckender Kreis. In der Halle, in der sie mit acht Jahren begonnen hatte und die längst ihren Namen trägt, trat sie ein letztes Mal ins Scheinwerferlicht. Nicht mehr als Spielerin, sondern um nach ihrem Rücktritt wegen mehreren Knieoperationen endgültig Abschied zu nehmen. Aus Klein-Carolina, dem Mädchen mit dem überschäumenden Temperament, ist eine Spielerin geworden, die in ihrem Land das Gesicht der Sportart veränderte und welche als Einzige weltweit die asiatische Vormachtstellung permanent bedrohte. Olympia-Gold 2016, drei WM-Titel, acht EM-Kronen und viele weitere Titel – so auch die Triumphe an den Yonex Swiss Open 2021 und 2024 in Basel geben einen Eindruck über ihre Leistungen. Dass sie lange die Weltnummer 1 war, versteht sich wie von selbst.
Höhepunkt des Tributs, bei dem auch die Protagonistin selber mehrfach mit den Emotionen kämpfte, war, als ein gigantisches Shirt unters Hallendach gezogen wurde. Fortan ist es dort Zeuge des Vermächtnisses der Ausnahmesportlerin mit dem unbändigen Siegeswillen. Sie verabschiedete sich emotional: “Ich habe physisch und mental alles gegeben und heute ziehe ich mich vom Badminton zurück, von meiner Leidenschaft. Danke von Herzen an Huelva und die ganze Welt.»
Rajiv Ouseph führt Kirsty Gilmour zu EM-Gold
Einige Stunden später wurde eine Stabübergabe vollzogen, die so nicht erwartet worden war. Marin gratulierte Kirsty Gilmour zum Titel. Die Schottin holte mit dem Sieg gegen Line Kjaersfeldt ihr erstes EM-Gold – nach fünf Finalniederlagen. Vier davon hatte ihr Marin zugefügt. Grossen Anteil am Titel hatte ein hierzulande bestbekannter Mann: Rajiv Ouseph. Der Engländer war von Herbst 2022 bis nach den Olympischen Spielen in Paris Cheftrainer bei Swiss Badminton und führte Jenny Stadelmann und Tobias Künzi nach Paris. Ebenfalls am Final im Einsatz war Schiedsrichter Denis Alavanja als Servicejudge.
Über Edelmetall freuen konnten sich auch der BC Yverdon-les-Bains und der BC Zürich: Deren Interclubspieler Arnaud Merkle, respektive Zach Russ und Polina Buhrova gewannen je eine Bronzemedaille.
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