Hätte man vor der Saison eine Liste bezüglich eines möglichen Aufsteigers erstellt, der BC Courrendlin wäre wohl kaum darauf gewesen. In der Saison zuvor hatten sich die Jurassier in den hinteren Ranglistengefilden aufgehalten und mussten froh über den Ligaerhalt sein. «Unser Saisonziel war deshalb ganz klar der Klassenerhalt», sagt Gael Gerber, einer der Aufsteiger.
Rasch lief es besser als erwartet und bei Meisterschafts-Halbzeit fand sich das Team auf Platz zwei wieder. Grund genug, die Ziele zu revidieren: «Jetzt wollten wir weiter nach oben und schauen, was möglich ist», erklärt Gerber. Die Formhausse hielt an und Courrendlin beendete das Pensum in der Westgruppe schliesslich auf Platz 2 hinter der zweiten Equipe der Badminton Lausanne Association, die indes nicht aufstiegsberechtigt ist. Weil auch aus dem Osten niemand aufsteigen wollte, kam Courrendlin zum Handkuss. Als erster Club aus dem Jura überhaupt. Damit wird die Nationalliga A nach einem Jahr Unterbruch wieder acht Teams umfassen.
«Unsere Hauptstärke ist sicher, dass es bei uns sehr familiär zugeht», sagt Gerber, «wir sind alle in etwa gleich alt und stammen aus dem Jura. Wir sind eine Bande von Freunden.» Leistungsmässig getragen wird die Gruppe von Marion Varrin, Eugénie Chapuis und Noé Varrin, die bereits seit rund zwei Jahrzehnten zusammenspannen. Das Trio zeigt seltenes Commitment und bestritt alle möglichen Partien. Ihre überragende Bilanz: 86:10.
In der Nationalliga A zu spielen, ist nicht nur einfach – sind doch die Budgets substanziell höher und wird eine modernere Infrastruktur verlangt. Trotz dieser Schwierigkeiten habe man sich schon früh mit dem Aufstiegsszenario beschäftigt, sagt Gerber: «Im Herzen war das für uns schon klar. Das ist eine Chance, die einmal im Leben kommt und diese wollten wir packen.» Schwierig gestaltete sich insbesondere die Hallensuche, die notwendig wurde, weil ihre gewohnte Austragungsstätte nicht acht Meter hoch ist. Fündig wurde man nun in Delsberg in einem Sportcenter, das gerade fertig gestellt wird.
Alleiniges sportliches Ziel, das ist jetzt schon klar und unabhängig von möglichen Verstärkungen, wird der Klassenerhalt sein. Daneben soll auch der Spass nicht zu kurz kommen. «Wir kennen uns so lange, jetzt wollen wir das gemeinsam geniessen», blickt Gerber in den Herbst und weiter.
Auch bei Swiss Badminton freut man sich auf den Neuling. CEO Thomas Heiniger heisst die Jurassier bereits in der Eliteliga willkommen: «Dass der BC Courrendlin in die höchste Liga aufsteigt, ist ein schönes Zeichen dafür, dass die Badmintonschweiz in fast allen Ecken des Landes auf starke ehrenamtlich engagierte und von Leidenschaft angetriebene Menschen zählen kann. Es ist wunderbar zu sehen, wie das Team aus dem Jura die Energie des Erfolgs nutzt und keine Mühe scheut, um bei den Grossen mitzumischen. Wir freuen uns, dass die Liga mit acht Teams wieder komplett ist und wünschen dem BC Courrendlin jetzt schon einen guten Start in die Saison.»












