Mit neun Cracks an die EM

Nicht weniger als 9 Schweizerinnen und Schweizer bestreiten ab Montag die EM in Huelva. Einen Dämpfer gab es aber kurz vor Abreise.

Mit neun Cracks an die EM

Die unmittelbare Vorbereitung begann für das Schweizer Team schlecht. Headcoach Saber Afif musste den Referee kurz vor der Abreise nach Huelva darüber informieren, dass Caroline Racloz nicht an der EM teilnehmen kann. Die Lausannerin laboriert an einer Knieverletzung und kann deswegen weder im Doppel, wo sie mit Lucie Amiguet als Nummer 8 gesetzt gewesen wäre, noch im Mixed mit Yann Orteu am Turnier teilnehmen.  

Das Schweizer Team reist insgesamt dennoch optimistisch nach Spanien. Im letzten Jahr totalisierte das Elite-Nationalkader 37 internationale Podestplätze und hat sich in der kontinentalen Elite etabliert.

Besonders gespannt sein darf man auf das Abschneiden im Einzel. Tobias Künzi spielt an den EM traditionell stark und stand schon dreimal im Achtelfinal, im Vorjahr gelang es dem Aargauer zudem, den starken Franzosen Alex Lanier zu fordern. Julien Scheiwiller unterlag 2025 dem späteren Bronzegewinner Aria Dinata hauchdünn und gewann zuletzt an den Swiss Open als Einziger einen Satz gegen den späteren Sieger.

Milena Schnider beginnt gegen die Kroatin Jelena Buchberger und Debütantin Dounia Pelupessy gegen die Einheimische Clara Azurmendi. Pelupessy brachte in Basel zuletzt Europas Nummer 3 Line Christophersen an den Rand einer Niederlage.

Vor einer frühen Herausforderung stehen allfällig Yann Orteu/Minh Quang Pham. Falls das Schweizer Spitzendoppel gegen das türkische Paar siegen sollte, würde im Achtelfinal das als Nummer 2 gesetzte englische Spitzenduo Ben Lane/Sean Vendy warten. Die Geschwister Nicolas und Julie Franconville stehen im Mixed erstmals gemeinsam an einem Grossanlass im Einsatz.

Carolina Marin machte Badminton in Spanien salonfähig

Designierte Zweitrundengegnerin von Milena Schnider wäre Carolina Marin gewesen. Die Spanierin hätte sich nur allzu gerne spielend vom Publikum in ihrer Heimatstadt verabschiedet, sie verkündete aber letzte Woche, dass sie nach der dritten schweren Knie-Operation nicht so weit ist, und gab ihren sofortigen Rücktritt bekannt. Ihre Karriere ist damit faktisch im Olympia-Halbfinal von Paris 2024 zu Ende gegangen. Klar auf Finalkurs, verletzte sie sich damals schwer am Knie und bestritt seither kein weiteres Spiel mehr. Sie wird im Rahmen der EM gebührend verabschiedet.

Mit Marin verliert das Badminton die einzige Spielerin, die der asiatischen Übermacht über viele Jahre konstant Paroli bot. Die 32-jährige Linkshänderin mit dem riesigen Siegeswillen und dem teils extrem extrovertierten Verhalten auf dem Feld gewann Olympiagold in Rio, drei WM-Titel, wurde achtmal Europameisterin und war lange die Nummer 1 der Welt. In Basel gewann sie 2021 und 2024 die Yonex Swiss Open. Dank ihr ist Badminton in Spanien enorm populär geworden.

Ihr Rücktritt sorgte in den sozialen Medien für zahlreiche Nationen. Zur Gratulations-Prominenz zählten unter anderem auch Basketballstar Pau Gasol, Tennis-Crack Carlos Alcaraz und Premierminister Pedro Sanchez. Rafael Nadal sagte es so: «Herzlichen Glückwunsch zu einer spektakulären Karriere! Gratulation zu deinem Einsatz, deinem Talent und deiner Fähigkeit, dich immer wieder zu übertreffen und Leistungen zu erreichen, die in Spanien vor Jahren noch unmöglich erschienen.»

Hier siehst du die Tableaux.