Reglement AirBadminton Schweizer Team Meisterschaften

Reglement AirBadminton Schweizer Team Meisterschaften als PDF

Kapitel 1 Allgemeine Bestimmungen

Art. 1

AirBadminton ist eine eigenständige Sportart mit spezifischen Ausführungsbestimmungen. Dieses Reglement (ABTW) gibt Einblick ins technische Regelwerk im AirBadminton sowie in Bestimmungen bei der Durchführung von Teamwettbewerben im AirBadminton.

Art. 2

Bei der Durchführung von Teamwettbewerben in Turnierform gelten grundsätzlich die Bestimmungen des Turnierreglements (TUR), ergänzt durch die spezifischen Bestimmungen des ABTW.

Art. 3 Teambildung

  1. Ein Team besteht aus:
    • Minimum: je 3 Damen und 3 Herren
    • Maximum: je 6 Damen und 6 Herren
  2. Bei Verletzungen oder Krankheiten können vor der 1. Begegnung gemeldete Spieler:innen durch andere ersetzt werden. Anschliessend sind keine weiteren Auswechslungen mehr zulässig.
  3. Tritt ein Team unvollständig an, wird das Team nicht zum Turnier zugelassen oder scheidet beim Unterschreiten des Minimums aus.

Art. 4 Spielmodus und Reihenfolge

  1. Jede Begegnung besteht aus fünf Matches:
    • ein (1) Damendoppel
    • ein (1) Herrendoppel
    • ein (1) gemischtes Doppel
    • ein (1) Triple bestehend aus zwei (2) Damen und einem (1) Herr
    • ein (1) Triple bestehend aus zwei (2) Herren und einer (1) Dame
  2. Teamaufstellung

    Vor dem Start der Begegnung tauschen die Teamcaptains die Teamaufstellungen aus. Bei arbitrierten Begegnungen sind die Teamaufstellungen dem/der Schiedsrichter:in schriftlich bekanntzugeben.

  3. Reihenfolge der Begegnung

    Die Teamcaptains legen durch Münzwurf die Reihenfolge der Matches innerhalb der Begegnung fest. Bei arbitrierten Begegnungen übernimmt der/die Schiedsrichter:in diese Aufgabe.

    1. Das siegreiche Team kann den ersten Match bestimmen oder die Wahl des ersten Matches dem gegnerischen Team überlassen.
    2. Als nächstes darf das Team, welches nicht gewählt hat, den zweiten Match wählen sowie entscheiden, ob sie zum Spielbeginn:
      1. das Aufschlagsrecht oder
      2. die Seitenwahl bevorzugen.
    3. Danach wählt das Team, welches den ersten Match gewählt hat den dritten Match und kann die übriggebliebene Auswahl zwischen Aufschlagsrecht und Seitenwahl treffen.
    4. Zum Schluss darf das Team, welches den zweiten Match gewählt hat den vierten Match wählen.
    5. Der übriggebliebene Match wird als fünfter Match gespielt.
  4. Vor jedem Match muss die Reihenfolge beim Service festgelegt werden. Bei arbitrierten Begegnungen übernimmt der/die Schiedrichter:in diese Aufgabe.
  5. Vor jedem Match haben die Teams jeweils eine Minute Zeit für das Warm-up.

Art. 5 Zählweise

  1. Der erste (1.) Match endet, wenn zum ersten Mal der Spielstand von 16 Punkten erreicht ist. à Seitenwechsel bei 8 Punkten und am Ende des 1. Matches
  2. a) Der zweite (2.) Match wird mit dem Spielstand des ersten Matches fortgesetzt.

    b) Der zweite (2.) Match endet, wenn zum ersten Mal der Spielstand von 32 Punkten erreicht ist. à Seitenwechsel bei 24 Punkten und am Ende des 2. Matches

  3. a) Der dritte (3.) Match wird mit dem Spielstand des zweiten Matches fortgesetzt.

    b) Der dritte (3.) Match endet, wenn zum ersten Mal der Spielstand von 48 Punkten erreicht ist. à Seitenwechsel bei 40 Punkten und am Ende des 3. Matches.

  4. a) Der vierte (4.) Match wird mit dem Spielstand des dritten Matches fortgesetzt.

    b) Der vierte (4.) Match endet, wenn zum ersten Mal der Spielstand von 64 Punkten erreicht ist. à Seitenwechsel bei 56 Punkten und am Ende des 4. Matches.

  5. a) Der fünfte (5.) Match wird mit dem Spielstand des vierten Matches fortgesetzt.

    b) Der vierte (4.) Match endet, wenn zum ersten Mal der Spielstand von 80 Punkten erreicht ist. à Seitenwechsel bei 72 Punkten

  6. Es gibt keine Verlängerung.

Art. 6 Ersetzen von Spieler:innen

Bei Verletzungen oder Krankheiten während der Begegnung sind folgende Regeln zu beachten:

  1. Der laufende Match wird zugunsten des gegnerischen Teams gewertet, z.B.
    • ein Ausfall im Team A im 1. Match beim Spielstand von 11:9 wird mit 11:16 gewertet.
    • ein Ausfall im Team B im 2. Match beim Spielstand von 11:18 wird mit 32:18 gewertet.
    • ein Ausfall im Team B im 3. Match beim Spielstand von 32:36 wird mit 48:36 gewertet.
    • ein Ausfall im Team A im 4. Match beim Spielstand von 55:52 wird mit 55:64 gewertet.
    • ein Ausfall im Team A im 5. Match beim Spielstand von 71:68 wird mit 71:80 gewertet.
  2. Solange die noch nicht begonnenen Matches durch Spieler:innen, welche auf   der Teamaufstellung gemeldet sind, in der korrekten Zusammensetzung ersetzt werden können, kann die Begegnung weitergeführt werden.
  3. Ist dies nicht mehr der Fall, muss die Begegnung abgebrochen werden. Die Begegnung wird wie unter Art. 6 Abs. 1 gewertet.
  4. Kann das Team in der Folge nicht mehr vollständig antreten, ist das Team ausgeschieden.

Art. 7 Bekleidung

  1. Der Veranstalter kann die Teilnehmenden verpflichten, bestimmte T-Shirt zu tragen (z.B. einheitliche T-Shirts, T-Shirt eines Sponsors). Dies muss in der Ausschreibung explizit erwähnt sein.
  2. Spieler:innen ist es freigestellt, ob sie in Shorts, Skorts oder Badehosen spielen.
  3. Spieler:innen müssen barfuss spielen. In Ausnahmefällen kann der/die Schiedsrichter:in bzw. der Veranstalter das Tragen von Socken oder Schuhen erlauben.
  4. Spieler:innen dürfen während des Matches Kopfbedeckungen (z.B. Cap) und/oder Sonnenbrillen auf eigenes Risiko tragen.

Kapitel 2 Spielaktionen

Art. 8 

Ein Team erzielt einen Punkt, wenn:

  • der AirShuttle im gegnerischen Feld landet.
  • das gegnerische Team einen Fehler begeht.

Art. 9 Service

  1. Der/Die aufschlagende Spieler:in
    1. muss innerhalb der Servicezone stehen und darf keine Linien berühren. Die Position innerhalb der Servicezone kann beliebig gewählt werden.
    2. muss mit einem Teil beider Füsse bis zur Ausführung des Service in einer festen Position mit der Spieloberfläche in Kontakt sein.
    3. muss für das gegnerische Team sichtbar sein und darf durch das aufschlagende Team nicht verdeckt sein.
    4. muss mit dem Service warten bis das gegnerische Team zum Return bereit ist.
    5. darf nach Beendigung der Rückwärtsbewegung des Racketkopfes den Service in keiner Art und Weise verzögern.
    6. muss das Racket von Beginn bis zur Ausführung des Service stetig vorwärtsbewegen. Sobald das Racket bewegt wird, gilt es als Start des Services.
    7. muss mit dem Racket den AirShuttle beim «Korken» treffen und der Treffpunkt muss unterhalb des Netzes (1.45 Meter) erfolgen.
    8. darf den AirShuttles nicht verfehlen.
    9. darf nach dem Service wieder beliebige Positionen innerhalb des Spielfeldes einnehmen.
  2. Beim Service dürfen die Teams innerhalb ihres jeweiligen Spielfeldes beliebige Positionen einnehmen – ausser der/die aufschlagende Spieler:in.
  3. Das gegnerische Team muss innerhalb des Spielfeldes mit einem Teil beider Füsse bis zur Ausführung des Service in einer festen Position mit der Spieloberfläche in Kontakt sein.

Art. 10 Schlagreihenfolge im Match

  1. Im Doppel wird der AirShuttle während eines Ballwechsels zwischen den beiden Teams abwechselnd hin und her gespielt. Der/Die gleiche Spieler:in darf mehrmals aufeinanderfolgende Schläge ausführen.
  2. Im Triple darf kein/e Spieler:in zwei aufeinanderfolgende Schläge ausführen, d.h. nach dem Schlag von A, muss entweder B oder C den nächsten Schlag im Team ausführen.

Art. 11 Aufschlagsrecht im Match

  1. Gewinnt das aufschlagende Team einen Ballwechsel, erzielt dieses Team einen Punkt und der/die bisher aufschlagende Spieler:in behält das Aufschlagsrecht.
  2. Gewinnt das gegnerische Team einen Ballwechsel, erzielt dieses Team einen Punkt und das Aufschlagsrecht wechselt zum gegnerischen Team.

Art. 12 Reihenfolge beim Service

  1. Die Reihenfolge wird zu Beginn des Matches festgelegt (vgl. Art. 4 Abs. 4). Bei jedem Wechsel des Aufschlagsrechtes innerhalb des Matches haben der Spieler/die Spielerin abwechselnd in der festgelegten Reihenfolge zu servieren.
  2. Im Triple ist das Schema gleichbleibend. Es wird einfach ein Spieler bzw. eine Spielerin in der Reihenfolge ergänzt.
  3. Fehler in der Reihenfolge → Wurde die Reihenfolge, in welcher ein Spieler/eine Spielerin serviert, nicht eingehalten, ist diese nach erfolgter Feststellung richtig zu stellen. Der aktuelle Spielstand bleibt bestehen (keine Wiederholungen).

Art. 13 Dead Zone

  1. Spieler:innen dürfen nicht in der Dead Zone stehen, wenn sie den AirShuttle schlagen.
  2. Hingegen ist zulässig, wenn Spieler:innen nach einem Schlag die Dead Zone betreten oder in der Dead Zone landen. Die Dead Zone muss so schnell als möglich wieder verlassen werden.

Art. 14 Fehler

  1. Als Fehler gilt, wenn:
    1. der Service nicht korrekt ausgeführt wird.
    2. der AirShuttle während eines Ballwechsels
      1. das Netz nicht überquert;
      2. ins Netz fliegt;
      3. auf dem Netz hängen bleibt;
      4. in der Dead Zone landet;
      5. das Netz überquert aber ausserhalb des gegnerischen Spielfeldes landet;
      6. einen Spieler/eine Spielerin oder dessen/deren Kleidung berührt;
      7. von einem Spieler/einer Spielerin beim Schlagen mehrmals berührt wird;
      8. von mehreren Spieler:innen beim Schlagen berührt wird;
      9. in der Bespannung des Rackets hängen bleibt;
      10. einen Gegenstand oder eine andere Person ausserhalb des Spielfelds berührt.
    3. der AirShuttle im Spiel ist und ein Spieler/eine Spielerin
      1. das Netz oder dessen Haltevorrichtung mit dem Racket, dem Körper oder der Kleidung berührt;
      2. mit dem Körper oder Racket ins gegnerische Spielfeld eindringt (über oder unter dem Netz);
      3. sich während eines eigenen Schlages in der Dead Zone aufhält;
      4. das gegnerische Team bei der Ausführung eines Schlages stört (z.B. absichtliches Verbleiben in der Dead Zone);
      5. das gegnerische Team willentlich stört (z.B. Schreien, Gestikulieren, usw.).
    4. sich ein Spieler/eine Spielerin zum wiederholten Mal oder andauernden Vergehens schuldig gemacht hat.
  2. Kein Fehler ist, wenn der AirShuttle die Linie des Spielfeldes berührt.

Art. 15 Wiederholung «Let»

  1. Als «Let» gilt, wenn:
    1. ein Service ausgeführt wird, bevor das gegnerische Team bereit ist;
    2. beide Teams gleichzeitig einen Fehler begehen;
    3. der AirShuttle materiell nicht mehr spielbar ist;
    4. die Einflussnahme nicht eingesetzter Spieler:innen oder des Coaches unverhältnismässig ist;
    5. die Spielsituation keine eindeutige Entscheidung zulässt;
    6. eine unvorhersehbare und/oder störende Situation eintritt.

Art. 16 Spielverzögerungen, Pausen, Unterbrüche

  1. Grundsätzlich sollen die Begegnungen vom ersten Service bis zum Ende des Matches durchgehend fertiggespielt werden.
  2. Spielverzögerungen → Absichtliche Spielverzögerungen zwischen den Ballwechseln gehören nicht ins AirBadminton und sollen unterbunden werden.
  3. Pausen
    1. Die Pause zwischen zwei Matches beträgt max. 3 Minuten (inkl. 1 Minute fürs Warm-up).
    2. Die Pause beim Seitenwechsel beträgt max. 1 Minute.
  4. Unterbrüche → Kommt es zu Situationen (z.B. Gewitter), die einen Unterbruch der Begegnung erfordern, soll – wenn immer möglich – die NEU-Ansetzung terminiert werden.
  5. Wenn eine Begegnung unterbrochen wurde, wird die Begegnung mit dem abgebrochenen Match und dem letzten Spielstand wieder aufgenommen.

Art. 17 Coaching und Verlassen des Spielfeldes

  1. Das Coaching ist nur in den Pausen und zwischen den Matches erlaubt.
  2. Während des Matches ist es den Spieler:innen nicht erlaubt, das Spielfeld ohne Erlaubnis zu verlassen.

Art. 18 Arbitrierte Begegnungen

Die Schiedsrichter:innen haben folgende Rechte und Pflichten:

  1. Ordnungsgemässe Führung der Begegnung unter Einhaltung der geltenden «Spielregeln» sowie der spezifischen Regeln im AirBadminton.
  2. Spielverzögerungen zu ahnden und die Einhaltung von Pausen sowie das Festlegen von Unterbrüchen zu handhaben.
  3. Gegenüber Teams, Spieler:innen und Coaches Verstösse zu ahnden und unsportliches Verhalten zu unterbinden.
  4. Befugnis Teams in Rücksprache mit dem Veranstalter zu disqualifizieren.

Kapitel 3 Schlussbestimmungen

Art. 19

Sämtliche Beteiligten sind dem Ethik-Statut des Schweizer Sports unterstellt und es gilt der Spirit of Badminton.

Art. 20 Datenschutz

Es gelten die Datenschutzbestimmungen von SB, welche auf der Webseite publiziert sind.

Art. 21 Sprache

Bei sprachlichen Differenzen zwischen Deutsch und Französisch gilt die deutsche Fassung.

Art. 22 Inkrafttreten

Diese Version des ABTW inkl. Anhängen tritt per 01. August 2023 in Kraft und ist auf der Webseite von SB publiziert.

 

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