In den letzten Jahren wurde die Ostschweizerin, die seit 2022 im Nationalen Leistungszentrum Thalmatt trainierte, immer wieder von Verletzungen gebremst. Dies sei aber nicht ausschlaggebend gewesen für ihren Rücktrittsentscheid, sagt die 21-Jährige: «Ich bin nach den Verletzungen immer kompetitiv zurückgekommen und habe weiter Fortschritte gemacht. In der letzten Zeit hat mir aber die Freude gefehlt und deshalb habe ich beschlossen, mich neu zu orientieren.»
Die Spielerin aus Oberbüren im Kanton St. Gallen war seit Juniorenzeiten eine Konstante im Schweizer Badminton. Sie war Stammgast auf den Podien bei den nationalen Nachwuchs-Meisterschaften, unter anderem gewann sie 2022 in ihrem letzten Jahr als Juniorin gleich zweimal Gold. Im gleichen Jahr sicherte sie sich zudem mit ihrer langjährigen Doppelpartnerin Lucie Amiguet die EM-Bronzemedaille bei den U19 – ein historischer Erfolg war es doch die erste Schweizer Nachwuchs-Medaille nach 17 Jahren Unterbruch. Bei den Aktiven holte Appenzeller insgesamt vier Meisterschafts-Medaillen, zuletzt zweimal Silber 2024. In den letzten Jahren entwickelte sie sich immer mehr zur Doppel- und Mixed-Spezialistin.
In Erinnerung bleiben werden ihr aber in erster Linie andere Sachen, erklärt sie: «Natürlich war es schön, wenn ich einen Match gewonnen habe oder mir eine Medaille umgehängt wurde, aber wichtiger waren die Freundschaften, die ich schliessen durfte, auch sportartenübergreifend. Es war immer inspirierend, mich mit anderen Athlet:innen über ihre Wege auszutauschen. Wunderschön und prägend waren auch die Reisen und das Erleben anderer Kulturen.»
Aktuell absolviert Vera Appenzeller ein Praktikum in einer Arztpraxis, bald folgt ein weiteres in einem Spital. Und ab September wird sie sich an der ZHAW in Winterthur zur Hebamme ausbilden lassen. Ob und wie es mit dem Badminton auf nationaler Stufe weitergeht, kann sie noch nicht sagen: «Das wird sich weisen.»
Danke für viele schöne Badmintonstunden, Vera Appenzeller, und viel Erfolg in der Zukunft.











