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Get to know ... Simone Ramsauer

“Get to know” ist eine Interviewreihe mit Persönlichkeiten hinter Swiss Badminton. Die Interviews stellen euch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verbands vor und geben euch einen Einblick in unseren Alltag. Jede Woche lernt ihr hier ein neues Gesicht etwas (besser) kennen.  

Heute: Get to know ... Geschäftsführerin Simone Ramsauer.

 

Simone, was ist Swiss Badminton für dich?

Ein sehr spannender Arbeitgeber, Emotionen, ein motiviertes und kompetentes Team und die Möglichkeit, den Verband zusammen mit seinen motivierten Mitgliedern weiterzuentwickeln.

CEO zu sein während der Corona-Krise ist sicher nicht einfach. Wie hast du die letzten Monate erlebt?

Als extrem intensiv. Es gab in den letzten Monaten wenig Zeit, um abzuschalten. Der Fokus meiner Arbeit hat sich auch komplett geändert, so dreht sich meine Arbeit seit März 2020 fast ausschliesslich um COVID-19.

Was kannst du Positives aus dieser Situation ziehen? 

Ich denke, dass die Badmintonwelt in der Schweiz näher zusammengerückt ist und der Verband mit seiner proaktiven Kommunikation, der Ausarbeitung der Schutzkonzepte und der Erarbeitung des Stabilisierungs-Konzeptes zur Verteilung der Bundesgelder, die dem Sport fürs 2020 zugesprochen wurden, und der Kampagne «Bleib im Verein» viel dazu beigetragen haben. Ich habe unzählige Gespräche mit den Vereinen, dem BAG und Swiss Olympic aber auch anderen Sportverbänden geführt, was sehr bereichernd und konstruktiv war. Der Schweizer Sport hilft sich gegenseitig. Und das ist schön. Ganz im Sinne des Spirit of Badminton. Zudem darf ich mich - und wohl alle Mitglieder von Swiss Badminton - glücklich schätzen, dass wir auf der Geschäftsstelle und im Zentralvorstand auf ein sehr motiviertes und aufgestelltes Team zählen dürfen. Die Bereitschaft, Badminton in der Schweiz voranzutreiben, ist von allen Beteiligten gross, auch wenn dies in der aktuellen Lage nicht immer einfach ist. Ich denke, dass wir alle mit einer dicken Haut aus dieser Krise hervorgehen werden und uns zukünftig solche Herausforderungen nicht so schnell aus der Fassung bringen werden.

Du bist als weibliche Geschäftsführerin in einem nationalen Sportverband in der Schweiz noch immer in der Unterzahl. Wie erlebst du das?

An der letzten Sitzung der Geschäftsführenden hat sich abgezeichnet, dass sich etwas regt im Schweizer Sport. Es sind doch schon mehr weibliche Vertreterinnen in leitenden Funktionen, als es dies zum Beispiel vor drei Jahren, als ich bei Swiss Badminton gestartet habe, waren. Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass wir am Ende des nächsten Jahres wiederum auf mehr weibliche Vertreterinnen in den obersten Gremien des Schweizer Sports zählen können. Auch im Zentralvorstand von uns besteht Handlungsbedarf: aktuell ist keine Frau in diesem Gremium vertreten.

Was würdest du jungen Frauen oder Mädchen bei ihrer Karriereplanung raten?

Ich erlebe oft, dass Frauen viel zögerlicher sind, wenn es darum geht, eine Herausforderung anzunehmen, als Männer. Frauen sollen die Gelegenheit auf eine Führungsposition beim Schopf packen und ins (manchmal) kalte Wasser springen, im Wissen, dass der Weg steinig und steil sein wird.

Was ist dein Ziel als CEO von Swiss Badminton?

Wichtig für mich ist, dass wir als Team gegenüber unseren Mitgliedern auftreten, das Swiss Badminton/der Verband seine Mitglieder ernst nimmt, ihre Interessen aufnimmt und dafür auch eintritt. Das Funktionieren des Teams ist für mich der wichtigste Aspekt überhaupt, denn nur mit motivierten Mitarbeitenden kann der Verband vorangetrieben werden. Ob dies nun zum besseren Sichtbarmachen von Badminton in der Schweiz ist, dass wir uns zu einem besseren Dienstleister für die Vereine entwickeln, wir mehr Mitglieder gewinnen, neue Zielgruppen erschliessen können, oder an einem weiterhin ethisch vertretbaren Leistungssport arbeiten. 

Wenn du unter allen Menschen auf der Welt wählen könntest, mit wem würdest du gerne einmal zu Abend essen?

Ich freue mich auf den Moment mit meinen beiden Kindern und meinem Partner in einem feinen Restaurant zu sitzen und zusammen ein feines Menu zu schnabulieren, ohne Meckern und Murren. Ich weiss nicht ob das je der Fall sein wird, weil meine Kinder so «schnäderfrässig» sind, aber das wäre herrlich. 😊

Hast du einen Lieblingsfilm?

Ich liebe gutes Kino und es ist schwierig einen einzelnen Film rauszupicken. Aber ich mag französische Filme und Omar Sy sehr gerne. Somit stehen bei mir „Demain tout commence“ und „Intouchables“ ganz oben auf der Liste.

Du reist gerne und hast schon die unterschiedlichsten Orte gesehen. Gibt es ein Land oder ein Ort, der dich besonders inspiriert hat?

Ich war ein paar Monate in Indien und Nepal unterwegs. Die krassen Gegensätze, wie Armut und Reichtum, die farbige Schönheit der Landschaften und die Abfallberge, die feinen Düfte auf den Märkten und der Gestank bei den Ghats, selbst erlebte Unfälle und Krankheiten, Gastfreundschaft und Anfeindung werden mich ein Leben lang begleiten und mich immer wieder nachdenklich, aber gleichzeitig glücklich stimmen.

Wie würden dich deine Freunde in 3 Worten beschreiben?

Huch, das müssten sie beantworten. Ich denke aber, dass ich spontan, fröhlich und auch ehrgeizig bin 😊.

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